Karfreitag

15. April

Am Karfreitag gedenken wir des Prozesses, der Folter und der Kreuzigung Jesu. Es ist ein sehr nüchterner Tag, ein offizieller Fastentag.

An diesem Tag geht es um Leid und Tod. Von Jesus und von so vielen anderen.
Jesus wird zuerst vom jüdischen Hohen Rat und später von der römischen Regierung, Pontius Pilatus, verhört, vor Gericht gestellt und verurteilt.
Danach wird er ausgepeitscht. Jesus wird entkleidet und ihm wird eine Dornenkrone aufgesetzt.

Nach römischem Brauch darf an diesem Tag ein weiterer Gefangener freigelassen werden. Pilatus lässt das Volk zwischen Barabbas und Jesus wählen.
Dann verlässt ihn auch das Volk und Barabbas wird freigelassen.
Jesus muss sein Kreuz selbst tragen, einen langen Weg bis zum Berg Golgatha. Dieser Kreuzweg findet sich in allen katholischen Kirchen in bemalten oder geschnitzten „Kreuzwegstationen“.

An diesen Stationen wird in vielen Kirchen am Karfreitag eine Prozession, ein Kreuzweg, vorbeigeführt. Dies geschieht traditionell um drei Uhr nachmittags.

Auf Golgatha wird Jesus zusammen mit zwei Mördern gekreuzigt. Als er stirbt, wird es dunkel und die Erde bebt.
Die letzten Worte Jesu sind: "ELI ELI LAMA SABACHTANI" (aramäisch) "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"

Trotzdem ist dieser Freitag ein „guter“ Freitag. Gut, weil der Tod Jesu nicht das Ende war.
Schließlich folgt auf Karfreitag der Ostermorgen. Als Jesus auferstanden ist, siegt der Tod. Nicht der Tod, sondern Gott, das Leben hat das letzte Wort.
Nur von Ostern aus gesehen ist dieser Freitag „gut“, und in aller Trauer steckt auch eine beginnende Freude.

Jesus wurde im April des Jahres 5 v. Chr. geboren, wahrscheinlich in der zweiten Monatshälfte. Somit war unser Herr zum Zeitpunkt der Kreuzigung am 3. April 33 fast 37 Jahre alt. (Jeder, der es zählt, wird sich daran erinnern, dass es kein Jahr 0 gab!) Er begann seine Aufführung im Jahr 29, als Er also 33 Jahre alt war. Stimmt das mit Lukas 3:23 überein („Jesus war ungefähr dreißig Jahre alt, als er auferstand“)? Ja, denn mit „ungefähr dreißig“ könnte man jeden zwischen 26 und 34 Jahren ansprechen.

Dieselben Berechnungen deuten darauf hin, dass es am Abend des 3. April 33. auch in Jerusalem und Umgebung eine Mondfinsternis gab. Das war übrigens die einzige Mondfinsternis in der Osterzeit im Zeitraum 26 bis 36. Wir lesen tatsächlich von dieser Mondfinsternis, nämlich in Apg 2,20; Ein "blutroter Mond" in alten Texten bezeichnet einen verfinsterten Mond. Das wenige Licht der untergehenden Sonne, das noch den Mond erreichte, kam durch die Erdatmosphäre. Der Prophet Joel hatte diese Sonnenfinsternis bereits vorhergesagt (Joel 2:31). Auch zwei alte Texte aus der Kirchengeschichte erwähnen diese Mondfinsternis.

Die Buchstaben INRI sind die Initialen der lateinischen Inschrift auf dem Kreuz Jesu: Iesus Nazarenus, Rex Iudaeorum (Jesus von Nazareth, König der Juden), die dort im Auftrag von Pontius Pilatus angebracht wurde.

Die sieben letzten Worte Jesu

  1. Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!
  2. Ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
  3. Frau, siehe, dein Sohn!… Siehe, deine Mutter!
  4. Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?
  5. Mich dürstet.
  6. Es ist vollbracht!
  7. Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.