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Arnold Janssen

Der Heilige aus Goch /
1837 - 1909
Gedenktag: 15. Januar
Arnold Janssen
erblickte am 5. November 1837 als zweites von elf Kindern in Goch am Niederrhein
das Licht der Welt. Sein Vater Gerhard betrieb ein kleines Fuhrwerksunternehmen.
Der kleine Arnold erhielt im Elternhaus eine strenge und ebenso tief religiöse
Erziehung. Sein Bruder Wilhelm, der spätere Kapuzinerbruder Juniperus, der
Arnold viel beim Aufbau
des Missionshauses geholfen hat, erinnert sich: "Unser Vater war fromm, aber ein
strammer Erzieher. Sobald wir Kinder Gutes und Böses unterscheiden konnten,
mußten wir pünktlich gehorchen; sonst erwartete uns die Strafe des Vaters.. Er
ermahnte uns, in der Kirche nicht zu schwätzen, nicht umher zu gaffen oder sogar
zu lachen, sondern: andächtig zu beten... Auch beim Mittagessen wurde sonntags
und feiertags von der Predigt gesprochen. Der Vater fragte uns und wir mußten
berichten. Nach dem Mittagessen mußten alle still sitzen bleiben, und der Vater
las dann das Evangelium mit Erklärung vor. Dann mußten wir Kinder dem Alter nach
zum Vater kommen und ihm unseren Katechismus aufgeschlagen geben und die ein
oder zwei Seiten mit Fragen und Antworten aufsagen, die er uns am letzten
Sonntag auf gegeben hatte. Dann saß der Vater da wie ein Patriarch und
examinierte. Wir durften nicht stottern..." Nach jedem Abendessen wurden in der
Familie Janssen der Rosenkranz, die Muttergotteslitanei und der Anfang des
Johannesevangeliums gebetet: "Im Anfang war das Wort, und
das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott".
Über den Anfang des Johannesevangeliums konnte der Vater mit großer Beredsamkeit
sprechen; es sei das kräftigste aller Gebete und habe große Macht beim lieben.
Gott. Wenn ein schweres Gewitter war ... betete Vater kniend laut den Anfang des
Johannesevangeliums. Auch wenn ein Stück Vieh krank war, beteten Vater Mutter
es." Diese Liebe zum Johannesesprolog und die besondere Verehrung des Heiligen
Geistes, die in der Familie gepflegt wurde, sollten kennzeichnend werden für die
Frömmigkeit von Arnold Janssen. Über die Mutter, Katharina, sagt Juniperus:
"Wenn ich das Wirken der Mutter in einem Satz zusammenfassen will, so möchte ich
sagen: Sie war eine betende Mutter, unermüdlich."
Arnold Janssen
studierte zunächst Philosophie, dann Mathematik und Naturwissenschaften, um
Gymnasiallehrer zu werden. Nach dem Theologiestudium wurde er 1861 Priester
und wirkte als Realschullehrer in
Bocholt. Ab 1873 gab er die Zeitschrift "Kleiner
Herz-Jesu-Bote" heraus, um für die Eröffnung einer Missionars-Schule zu
werben.
Der katholische Priester Arnold Janssen kommt 1875 aus Deutschland nach Steyl in
Holland und gründet die Gesellschaft des Göttlichen Wortes, bekannt als Steyler
Missionare. Wegen des Kulturkampfes unter Bismarck ist eine Gründung in
Deutschland nicht möglich. Es folgten weitere Häuser in Rom, in Mödling bei
Wien, in Neisse - dem heutigen Nysa in Polen, in St. Wendel, in Bischofshofen
bei Salzburg und in Techny bei Chicago in den USA. Die ersten Missionare werden
schon 1879 von Steyl aus nach Übersee entsandt.
Frauen schlossen sich seiner Bewegung an und gründeten mit
ihm 1889 die Steyler Missionsschwestern und 1896 die Steyler
Anbetungsschwestern. Sein Werk breitete sich überraschend schnell aus. Auf allen
Erdteilen wurden Missions- und Arbeitsgebiete übernommen. 1909, im Todesjahr von
Arnold Janssen lebten und wirkten 1500 Priester, Brüder, Missionsschwestern und
Anbetungsschwestern in China, Italien, Argentinien, Österreich, Brasilien,
Papua-Neuguinea, USA, Chile, Japan und den Philippinen. Heute sind es über 10
Tausend Männer und Frauen von allen Kontinenten, die zur großen Familie Arnold
Janssens gehören. Er starb am 15. Januar 1909 in Steyl (Holland).
Am 19. Oktober 1975 sprach Papst Paul VI. den Ordensgründer Arnold
Janssen selig. Der Sohn eines Fuhrmanns, am 5.
November 1837 in Goch am Niederrhein geboren, gilt als
Bahnbrecher der modernen Missionsbewegung in Europa. Die Heiligsprechung
Arnold Janssens auf dem Petersplatz in Rom am 5. Oktober 2003 durch Papst
Johannes Paul II. unterstreicht die enorme Bedeutung, die der Gocher für die
Weltkirche besitzt.

Im Anfang war das Wort,
und das Wort war bei Gott,
und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden,
und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist... |

Katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Goch
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